HHWS

Street Parties

In der von zunehmenden Gegensätzen geprägten sozialen Situation entwickelte sich in den schwarzen Ghettos mit dem Hip Hop eine spezifische Jugendkultur, welche die gesellschaftlichen Verhältnisse spiegelt und gleichzeitig vielfältige Entwicklungen prägte.
Die Entwicklung von Hip Hop war eng verbunden mit dem Streetparties, die um 1974 in den New Yorker Stadtteilen Bronx und Harlem eine zunehmende Popularität erlangten. Zumeist ohne behördliche Genehmigungen und damit illegal wurden kurzfristig auf kleinen Plätzen oder direkt in den Straßen Parties veranstaltet.

Zu den populärsten DJs gehörte Kool Herc: “Ich organisierte eintrittsfreie Parties im Freien. Den Strom erhielt ich aus Apartments und manchmal von Straßenlampen. Oft hatten die aber zuwenig Saft und deshalb liefen die Platten langsamer. Die Cops störte das alles nicht besonders, denn durch die Parties waren alle Kids an einem Ort konzentriert, hatten Spaß miteinander und führten keine Kämpfe. Aber es kamen nicht nur die Jugendlichen, sondern die ganzen Familien. Es waren große Parties für die ganze Nachbarschaft…”.

Die DJ Shows wurden immer durch Raps begleitet. Rap bezeichnete die Sprüche, Geschichten und Aufforderungen der DJs während ihrer Shows. Einen wesentlichen Ursprung hat das Rappen im sogenannten Toasten jamaikanischer DJs, welche die weitgehend instrumentalen Dubversionen von Reggae-Stücken verbal begleiteten.
Nachdem die Rap-Passagen zunehmend zu einem eigenständigen Element der Parties wurden und auf eine immer größere Zustimmung bei den Partygästen stieß, arbeiteten die DJs mit den Master of Ceremonys (MCs) zusammen, welche die Rap-Passagen übernamen. Vor dem Hintergrund der von den DJs gemixten Musik, trugen die RapperInnen teilweise ausufernd lange Texte rhytmisch im Slang der Ghettos vor.
Verschiedene DJs, wie z.B. Afrika Bambaataa und Grandmaster Flash entwickelten die von Kool Herc eingeführten Techniken weiter, wobei die Abspielgeräte zu Musikinstrumenten und die DJs selbst zu komponierenden MusikerInnen wurden. Aufnahmen von den Shows wurden über Kassetten in der Szene verbreitet.