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Roger Rekless

Roger Rekless aus München ist einer der wenigen MC’s in Deutschland, die sich nicht nur im Rap Bereich mit HipHop beschäftigen. Als DJ hat er einiges zu tun und auch als Writer ist er aktiv. Nebenher spielt er noch den Bass in Hardcoreband 098 und einigen, vor allem Writern, wird er durch den Graffiti Film “Wholetrain” bekannt vorkommen. Hier könnt ihr nun mehr über diese vielfältige Person erfahren.

http://www.myspace.com/rogerrekless/


 

HHWS: Stell dich mal bitte vor. Wer bist du und wo kommst du her?

RR: Ich bin Roger Rekless aus München. Besser gesagt Markt Schwaben bei München. Ich wohne zwar nicht mehr da, aber im Herzen bleibt man ein Markt Schwaben Liebhaber wenn man dort grossgeworden ist.

 

HHWS: Seit wann bist beschäftigst du dich mit HipHop?

RR: Mhhh… ist schwierig das an einer Zeit festzumachen. Also gehört habe ich Hip Hop, oder Rap, durch meine Mutter das erste mal weil sie so Mixtapes hatte mit LL Cool J und so achtziger Party Rap Sound wie Funky Cold Medina. Aber beschäftigt hab ich mich erst so Anfang der Neunziger damit.

 

HHWS: Was hast du bisher alles gemacht, was wurde veröffentlicht?

RR: Ich habe 1999 mein erstes Mixtape rausgebracht. Danach hab ich viel mit den Moqui Marbles und anderen Hamburgern gemacht, wie z.B. Denyo oder Mister Schnabel. Wir haben dann (Minit, Chrome, Expli, Scream, Kammillion, Rekless) ein eigenes Label gegründet das Solid ‘Pack hieß. Auf diesem haben Minit und ich zwei Intrudas Alben und zwei Vierzueins Maxis veröffentlicht. Zusätzlich dazu auch noch eine DJ und Produzenten LP und diverse andere Künstler wie Deph Joe aus Wien oder Blabwonna. Dann hab ich mit Raptile zusammen ein Album gemacht. Ich habe Cutz für einen Outkast RMX gemacht und dann, nachdem ich mich von Raptile entfernt habe, mehr mit Main Concept und auch Blumentopf gemacht. In letzter Zeit habe ich ein paar Cutz für Projekte von Ph7 gemacht, z.B. auf der Blazing Heat E.P. Das Vierzueins-Album Abenteuer hoch drei ist hier auch zu nennen, da es im April letzten Jahres rausgekommen ist. Naja und zu guter letzt habe ich mein eigenes Album im Dezember gemacht.

 

HHWS: Wie war die Resonanz auf Dein bei 58Beats erschienenes Album “Von Zuhause Aus” bei der Presse und den Rapfans? Kannst Du schon was zu Verkaufszahlen sagen?

RR: Verkaufszahlen kann ich leider keine aktuellen nennen. Presseresonanz ist aber fast durchweg positiv. Das freut mich eigentlich sehr, da ich eigentlich mit mehr negativer Kritik gerechnet habe.

 

HHWS: Nenn uns bitte deine Alltime Favourite MC’s.

RR: Devin, Jay Z, Juelz Santana, Tunisiano, Booba, Sinik, DMX, Necro

 

HHWS: Nenn uns bitte deine Alltime Favourite Producer.

RR: Dj Premier, Jus Blaze, Timberland, Adlib, Ph7

 

HHWS: Was möchtest du durch deine Musik den Hörern vermitteln?

RR: Guten Sound zuallererst. Und auch einfach meine Sicht der Dinge. Ich denk, dass die Leute checken müssen, dass man durch Rap auch was erzählen kann und Leuten die Möglichkeit gibt, sich damit zu identifizieren. Man muss nicht immer die krassesten Double Rhymes spitten, nur um am Ende zu sagen, dass man der Geilste vom Block ist. Das ist natürlich auch wichtig, wir sind ja schließlich Rapper, aber wenn es alles ist was man kann dann sieht es schlecht aus.

 

HHWS: Du bist auch als DJ und Writer tätig. Wie siehst du den Zusammenhang zwischen den beiden Tätigkeiten, dem MC’ing und den B-Boys? Scheint da heute noch der „eine Szene“ Gedanke zu leben?

RR: Nee, und viele kritisieren das bei mir, dass ich so „in der Vergangenheit lebe“. Aber mir ist es egal. Ich finde es wichtig, das weiterzugeben was ich durch Hip Hop erfahren habe. Und das ist einfach ein Sinn im Leben. Ich habe mit Menschen zu tun gehabt, für die z.B. malen alles war bzw. ist. Wenn die das nicht hätten, wäre ihr Leben ganz anders verlaufen. Wenn also jemand sagt dieser alte Hip Hop Gedanke wäre heutzutage unangebracht, dem sag ich „für dich vielleicht, aber wenn da draußen ein Junge in seinem Block sitzt und auf einmal merkt, dass es da Menschen gibt, die sich zusammenschliessen und Respekt kriegen für das was sie zusammen leisten, dann ist das schon ein Gewinn“.

 

HHWS: Wie schaut es denn in München damit aus?

RR: So wie es überall aussieht. Es gibt Writer, Breaker, DJs und Rapper. Und alle existieren nebeneinander. Manchmal geht mehr zusammen, so wie bei uns. Wir sind halt immer noch so drauf. Und bei den anderen geht das halt nicht zusammen. Mein Kumpel Mo hat z.B. nicht so viel Verständnis von Writing, aber er disst es nicht so wie viele andere Rapper. Was ihn aber nervt ist wenn Rapper ihr ganzes Image nur darauf reduzieren. Mir geht es da genauso, weil Image bleibt Image, egal ob da ein Gangster-Rapper steht oder ein True School Typ oder ein Studentenmensch oder was immer.

 

HHWS: Was für Reaktionen hattest du auf deine Rolle im Film „Wholetrain“?

RR: Mehrere Leute haben gesehen, dass ich ne coole Sau bin… hahaa… nee, war echt positiv.

 

HHWS: Was hat dir persönlich die Teilnahme an dem Film gebracht? Hättest du z.B. danach keine Lust mehr auf die Filmdreherei oder gerade deswegen würdest du gerne richtig viel machen?

RR: Was es mir gebracht hat, sind zuerst Freundschaften. Die Hitfarmers, die mein Album gemischt haben, hätte ich sonst nie kennengelernt. Auch Serch, Damian und andere hätte ich nie getroffen. Somit war’s ein voller Erfolg!

 

HHWS: Was macht einen guten Rapper aus?

RR: Durch Mucke ein Gefühl zu vermitteln. Egal ob Wut, Hass, Angst oder Freude. Wenn man es schafft eine Atmosphäre zu schaffen in seinen Tracks dann ist man ein guter Rapper.

 

HHWS: Was für Ziele willst du mit der Musik erreichen?

RR: Kohle, Macht und Fans die mich total vergöttern…

 

HHWS: Gehört zu deinen Zielen auch die Vorbildfunktion?

RR: Ich bin mir dessen schon bewusst, aber ich glaube ich bin eh ein gutes Vorbild, deshalb kein Stress.

 

HHWS: Wie wichtig ist es den HipHop Grundgedanken aber auch allgemeines Knowledge weiter zu vermitteln? Machst du was in dem Sinne bei den Workshops die du gibst?

RR: Die Workshops, die ich gebe sind ja in Berg am Laim. Da sind einige Jugendliche, die auch eher aus einem nicht so guten sozialen Umfeld kommen. Ich erzähle denen nicht: „Hey macht mal irgendwas, weil das ist viel geiler als euch zu haun oder Drogen zu ticken“. Ich erzähl denen, wie man an die Arbeit zu Rap Texten und Tracks rangeht und arbeite mit denen an einem Demo. Wir sind auch jetzt dann bereit zum Aufnehmen. Ich glaube, es tut den Jungs ganz gut mal in so einer Disziplin gefordert zu sein. Ausserdem macht es mir Endspass und ich bin auch ehrlich down mit den Jungs.

 

HHWS: Welche Projekte/Veröffentlichungen stehen bei Dir in Zukunft an?

RR: Das nächste was kommt wird wahrscheinlich erstmal ein Vierzueins Album sein. Ich bin im Moment aber an was Längerfristigem dran. Ich versuch das, was so oft falschgelaufen ist, richtig zu machen. Ich versuche METAL und RAP zusammenzuführen, ohne Crossover zu machen…. sauschwer…. aber es wird. Ich habe Unterstützung von AP-Rock & Joining Forces und somit ist das schon ein Schritt in die richtige Richtung.

 

HHWS: Vielen Dank für das Interview. Einige letzte Worte oder Grüße…

RR: Kauft euch das Album, weil es sehr gut ist! Dann haut euch nicht auf der Strasse, sondern geht Boxen! Checkt Pretty Mo und Lowlife! Hört mehr Metal…  ja und ich grüß das Baracuda Gym.